Dominikanische Republik Wirtschaftliche Situation
Vortrag Dominikanische Republik Internationaler Residentenclub Sosua
 

 

Lösung der wirtschaftlichen Probleme

Colmado DomrepDas grösste Problem ist die Verschuldung des Staates und der B.C.. Werden die Schulden und/oder die hohen Zinsverpflichtungen nicht reduziert, kann sich die dominikanische Republik nur über eine weitere, kräftige Abwertung des Pesos entschulden. Dies würde jedoch zwangsläufig zu weiteren Preissteigerungen führen, die am stärksten die dominikanische Mittelschicht betrifft, die schon heute kaum in der Lage ist, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Es gibt Provinzen, in denen nur noch 14% des konsumierten Stromes bezahlt werden, in den vielen Privatschulen des Landes ist teilweise die Klassenstärke auf drei Schüler geschrumpft, weil den Eltern das Schulgeld fehlt.

Nun gibt es weiterhin Überlegungen, die Einnahmen des Staates durch zusätzliche Kredite undPeso Anlagen Dominikanische Republik Steuererhöhungen zu erhöhen. Auf dem internationalem Kapitalmarkt sollen weitere US$-Anleihen gezeichnet werden. Da aber die dominikanische Republik fast jeden Monat von den internationalen Rating-Agenturen abgestuft wird, kommt sie eine weitere Kreditaufnahme teuer zu stehen. Eine weitere Erhöhung der ITBIS von 12 auf 15 oder sogar 18% ist ebenfalls im Gespräch. Auch wird über die Einführung einer Zinsabschlagssteuer in Höhe von 10% oder alternativ eine 1% Substanzbesteuerung von Certificados nachgedacht. Da man aber in der jüngsten Vergangenheit mit Steuererhöhungen schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist man hier etwas vorsichtiger geworden.

Deshalb könnten Überlegungen die Oberhand gewinnen, die Ausgaben des Staates zu senken. In diesem Zusammenhang wird immer wieder die Reduzierung der Mitarbeiter (um 100.000) in der öffentlichen Verwaltung angesprochen. Aus grundsätzlichen Überlegungen heraus ist diese Forderung sicherlich zu unterstützen, um unerwünschte Bürokratie-Effekte zu vermeiden. Auch das damit eingesparte Geld ist natürlich willkommen. Da die gezahlten Löhne aber dort eher gering sind - 90% der Mitarbeiter erhalten durchschnittlich nur etwa 4.000 Pesos monatlich - wird der Einspareffekt gerne überschätzt. Man hat ausgerechnet, das der Verzicht auf 100.000 Mitarbeiter etwa 8 Mrd. Pesos einspart. Es müssten also alle 300.000 Staatsbediensteten entlassen werden, um nur alleine die Zinsverpflichtungen der Banco Central, die aus der Bankenkrise entstanden sind (24 Mrd. Pesos), jedes Jahr begleichen zu können. Da dies weder möglich noch ausreichend ist, muss nach weiteren Zentralbank Dominikanische RepublikLösungen gesucht werden, die eine stärkere Entlastung versprechen.

Drei Ökonomen des Landes haben ein Modell vorgestellt, wie die 80 Mrd Pesos Schulden der Banco Central - und die daraus resultierenden Zinszahlungen - reduziert werden könnten. In einem ersten Schritt sollen die kompletten Schulden der B.C. auf eine noch zu gründende Finanzierungsgesellschaft übertragen werden. In einem zweiten Schritt werden die Zinsen von 30 auf 12% gekürzt. Um zu verhindern, das nun alle ihr Geld von der neuen Finanzierungsgesellschaft zurück haben wollen, wird die Laufzeit der Certificados auf 10 Jahre gestreckt. Kombiniert man dieses Modell mit einer weiteren einmaligen und kräftigen Abwertung des Pesos zu Beginn der neuen Regierung im Frühjahr 2004, würden sich zusätzliche Spareffekte ergeben, die es ermöglichen, das sich die dominikanische Republik aus eigener Kraft und ohne die Hilfe internationaler Institutionen aus der selbstverursachten Schuldenfalle befreit.

Der IWF schlägt eine Stabilisierung des Pesos bei 1:30 zum Dollar vor.

Dies würde zwar kurzfristig das Vertrauen in die wirtschaftlich Handelnden zurückbringen, mittelfristig aber zu Arbeitsplatzverlusten in den vom intensiven Wettbewerb betroffenen Bereichen der Zona Francas und des Tourismus führen. Da dies die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit weiter steigert, wäre eine kräftige Zunahme der Kriminalität unausweichlich. Da die dominikanische Republik kein High-Tech-Land ist und aufgrund des Ausbildungssituation der Bevölkerung auch keins werden wird, ist dieser Vorschlag des IWF abzulehnen. Ähnlich wie die armen Ländern Asiens, muss auch die dom. Rep. versuchen, über eine günstige Währung nicht vorhandene Wettbewerbsfähigkeit auszugleichen. Auch wenn die neue Regierung auf Kredite des IWF angewiesen ist, sollte sie auf diese Politik des sog. "positiven Vertrauenschocks" verzichten und den Peso zwischen 40 und 50 zum Dollar floaten lassen.

Umtausch Peso DollarSobald eine neue Wirtschaftspolitik erkennbar ist, die ernsthaft und glaubhaft versucht, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen, wird es auch ohne künstliche Eingriffe zu einer Stabilisierung des Pesos kommen. Dies geschieht aber vorraussichtlich erst nach den Wahlen im Mai 2004. Da keiner weiss, wieviele Leichen noch im Keller liegen, ist es besser auch noch die ersten drei Monate der neuen Regierung abwarten. Erst dann sollte man sich wieder mit Überlegungen auseinandersetzen, seine Dollarguthaben in Pesos zurückzutauschen. Ein Zinssatz von 36% ist zwar ein verlockendes Angebot der Banco Central, aber durch keine Volkswirtschaft verdienbar. Der Realzins Im Peso wird sich in den Bereich um 10% in den kommenden zwei Jahren zurückbilden.

 

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Übersicht über die wirtschaftliche Entwicklug in den letzten 4 Jahren
Die aktuelle Situation
Lösung der wirtschaftlichen Probleme

 

© Andre Kobilke / Diplom-Sozialwissenschaftler / E-Mail : service@urlaub-dominikanische.de
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