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Hintergrundinformationen Hurrikan
Gefahren
Entwicklungsbedingungen
Entstehungsort
Entwicklungsstadien
Einstufungen Saffir-Simpson-Skala
Bezeichnungen, Namen und Nummern
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Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, wenn er
sich im Atlantik, in der Karibik oder im Nordpazifik östlich
der Datumsgrenze entwickelt hat. Hurrikane können in der Zeit
von Mai bis Dezember entstehen, die offizielle Saison läuft
vom 1. Juni bis zum 30. November.
Da Hurrikane hohe Windgeschwindigkeiten und Wellen sowie schwere
Niederschläge bringen können, stellen sie eine große
Gefahr für Menschen, die Natur sowie für Sachwerte dar.
Den höchsten materiellen Schaden richtete 1992 der Hurrikan
Andrew mit etwa 30 Milliarden Dollar an.
Wenn Hurrikane die Frontalzone der mittleren Breiten erreichen,
können sie sich in ein außertropisches Tiefdrucksystem
umwandeln (extratropical transition) und dann sogar Europa noch
schwere Regenfälle bringen.
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Gefahren
Tropische Wirbelstürme zählen zu den Naturkatastrophen,
da von ihnen mehrere Gefahren ausgehen, die Menschen, Natur und
Sachwerte bedrohen. Die meisten Todesopfer forderte ein Zyklon 1970
in Bangladesh, damals starben rund 300 000 Menschen:
Wind:
In Böen sind über 350 km/h möglich. Bei diesen Geschwindigkeiten
sind auch schon massiv gebaute Strukturen gefährdet.
Niederschlag: Innerhalb eines Tages können über
500 mm Niederschlag fallen. Diese enormen Regenmengen lösen
an Land dann häufig verheerende Erdrutsche und Überschwemmungen
aus. Niederschlagsrekorde
Wellen: Über 20 m hohe Wellen bedrohen die Schifffahrt
sowie die Küsten und Inseln.
Tornados:
Tornados sind eine häufige Begleiterscheinung von tropischen
Wirbelstürmen. Diese bilden sich in den Gewittern, die den
tropischen Wirbelsturm umkreisen. Die Tornados wirken dann zwar
kleinräumiger, jedoch sind bei einem Tornado die Windgeschwindigkeiten
oft höher als bei dem tropischen Wirbelsturm. Außer einer
vertikalen Drehachse haben diese beiden Systeme jedoch nichts gemeinsam.
Eine genaue Unterscheidung ist hier notwendig, da es zwischen diesen
beiden Systemen oft zu Verwechslungen kommt.
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Entwicklungsbedingungen
Reibung und Feuchtigkeit: Tropische Wirbelstürme bilden
sich nur über Wasseroberflächen, da hier die Reibung wesentlich
niedriger ist als an Land und weil hier die Luft feucht genug ist,
um ausreichend Konvektion zu verursachen. Die Luftfeuchtigkeit spielt
eine wesentliche Rolle, da in ihr Energie (latente Wärme) enthalten
ist. Diese Wärme wird dem Ozean beim Verdunsten langsam entzogen
und bei der Kondensation schnell wieder abgegeben. Diese Kondensationswärme
treibt einen tropischen Wirbelsturm hauptsächlich an.
Wasseroberflächentemperatur: Die Wasseroberflächentemperatur
muss mindestens 26,5° C betragen.
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Entstehungsort
Die
meisten tropischen Wirbelstürme entstehen wegen der günstigen
Wassertemperaturen innerhalb einer Zone, die zwischen dem südlichen
und dem nördlichen 25. Breitengrad liegt. Da die Corioliskraft,
die ablenkende Kraft der Erdrotation, erst ab 5 Grad nördlicher
und südlicher Breite stark genug ist, um eine Drehbewegung
der Zyklone einzuleiten, ist das Äquatorgebiet grundsätzlich
als Entstehungszone für tropische Wirbelstürme ausgeschlossen.
In diesen Zonen wird das Entstehen eines tropischen Wirbelsturms
noch durch die innertropische Konvergenzzone (ITC) zusätzlich
unterstützt. Die ITC sorgt für aufsteigende Luftmassen
und starke Konvektion, weil hier oberflächennah die beiden
Passatwinde aufeinanderstoßen (Konvergenz). In ca. 12-15 km
Höhe streben die Luftmassen nach dem Aufsteigen wieder auseinander
(Höhendivergenz).
Im südatlantischen Ozean und im südöstlichen Pazifik
gibt es sehr selten tropische Wirbelstürme, da hier die kalten
Meeresströmungen Benguela- und Humboldtstrom die tropischen
Ozeane deutlich abkühlen, sodass die erforderliche Wassertemperatur
von mindestens 26,5° C selten erreicht wird. Am 26.03.04 wurde
der bislang einzige tropische Wirbelsturm im Südatlantik vor
Brasilien beobachtet. Auf dem Mittelmeer werden manchmal Stürme
beobachtet, die den tropischen Wirbelstürmen ähnlich sind.
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Entwicklungsstadien
Störung:
Wenn eine großflächig Konvektion auslösende Störung,
beispielsweise eine Esterly Wave oder ein außertropisches
Tief über ausreichend warmem Wasser auf ausreichend feuchte
Luftmassen und auf günstige Scherungsbedingungen trifft, kann
ein selbsterhaltender Vorgang ausgelöst werden.
Konvektion: Die durch das Auskondensieren frei werdende Wärme
führt dazu, das die aufsteigende Luft zusätzlich beschleunigt
wird. Dadurch entsteht an der Wasseroberfläche ein Unterdruck,
also ein Tief. Die von unten nachströmenden Luftmassen erfüllen
dieselben Kriterien und werden ebenfalls beschleunigt. Dadurch wird
der Kettenprozess aber alleine noch nicht ausgelöst. Sonst
würden ja auch in unseren Gegenden aus großen Gewittern
tropische Wirbelstürme entstehen.
Rotation: Hinzu kommt jetzt noch, dass die von allen Seiten
auf das durch Tiefdruck geprägte Konvektionsgebiet zuströmenden
Luftmassen (Low Level Inflow) auf der relativ reibungsfreien Wasseroberfläche
durch die Corioliskraft anfangen, um ein Rotationszentrum herum
zu zirkulieren. Es entsteht ein LLCC (Low Level Circulation Centre).
Diese Zirkulation organisiert und unterstützt die Konvektion
nun zusätzlich. Durch die Rotation kann nun noch mehr Luft
aufsteigen. Außerdem wird durch die Rotation verhindert, das
die nachströmenden Luftmassen den Unterdruck im Zentrum ausgleichen
können. Die Rotation unterstützt dadurch die Selbsterhaltung
des Tiefdrucks im Rotationszentrum. Je schneller sich der Wirbelsturm
dreht, desto mehr warme, feuchte Luft wird zum Auskondensieren gebracht.
Wenn die Luft genug Feuchtigkeit abgegeben hat steigt sie nicht
weiter auf und bewegt sie sich in der Höhe seitwärts vom
Rotationszentrum weg (High Level Outflow).
Intensivierung: Das entstandene System intensiviert sich
nun immer weiter, solange die Bedingungen es zulassen. Sind die
Entwicklungsbedingungen optimal erfolgt eine Intensivierung bis
zu einer Obergrenze. Diese kann nicht überschritten werden,
da die Oberflächenreibung und andere Gründe eine bremsende
Wirkung hervorrufen. Den Rekord hält der Hurrikan Tip mit 870
Hektopascal Kerndruck und 2200 km Durchmesser. Durchschnittlich
erreichen tropische Wirbelstürme einen Durchmesser von 500
- 700 km. Damit sind sie deutlich kleiner als außertropische
Tiefdrucksysteme.
Auge:
Dreht sich der tropische Wirbelsturm schnell genug, dann kann sich
sogar ein Auge bilden. Das Auge ist ein relativ wolkenfreier, schwachwindiger
Bereich um das Rotationszentrum in dem kalte trockene Luft von oben
herabsinkt. Ein Auge kann bis zu 50 km Durchmesser erreichen. Umgeben
ist das Auge von hochreichenden Quellwolken, der Eyewall. Die höchsten
Windgeschwindigkeiten erreicht der tropische Wirbelsturm im Bereich
dieser Eyewall. Da der Sturm noch eine zusätzliche Eigenbewegung
aufweist, die noch zur Rotationsgeschwindikeit dazu addiert wird,
liegt das Hauptwindfeld immer auf der Seite, wo die Rotation und
die Eigenbewegung in die selbe Richtung zeigen. Beispiel: Zieht
ein Zyklon mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 200 km/h auf der
nördlichen Hemisphäre gegen den Uhrzeigersinn drehend
mit einer Eigengeschwindigkeit von 30 km/h nach Norden so ergibt
sich eine totale Geschwindigkeit an der östliche Eyewall von
230 km/h. Auf der westlichen Seite wird hingegen nur 170 km/h erreicht,
da hier ja die Eigenbewegung entgegen der Rotationsbewegung wirkt.
Abschwächung: Tropische Wirbelstürme bewegen sich
unterschiedlich schnell fort: in niederen Breiten mit 8 bis 32 Kilometern
pro Stunde, in höheren Breiten mit bis zu 80 Kilometern pro
Stunde. Sie können bis zu 3,6 Millionen Tonnen Luft bewegen.
Auf beiden Erdhalbkugeln ziehen die Zyklone zuerst meist in westliche
Richtung und kehren dann parabelförmig nach Osten um. Auf der
Nordhalbkugel in der Regel folgendermaßen: W NW N NO. Dabei
verlassen sie dann irgendwann den Bereich günstiger Bedingungen
und schwächen sich ab, entweder durch Landkontakt (Landfall),
zu kaltes Wasser, trockene Luftmassen oder wegen zu hoher Scherung.
Den Rekord an Langlebigkeit hält der tropische Wirbelsturm
John, der 1994 31 Tage lang über den Pazifik fegte. Wenn tropische
Wirbelstürme die Frontalzone der mittleren Breiten erreichen,
können sie sich in ein außertropisches Tiefdrucksystem
umwandeln (Extratropical Transition).
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Satellitenbild des Hurrikan Mitch
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Einstufungen Saffir-Simpson-Skala
Tropische Wirbelstürme werden meist nach der Saffir-Simpson-Skala
eingestuft. Kriterium ist die höchste mittlere Windgeschwindigkeit:
Tropisches Tief: bis 61 km/h
Tropischer Sturm: 62 bis 117 km/h
Kategorie 1: 118 bis 153 km/h
Kategorie 2: 154 bis 178 km/h
Kategorie 3: 179 bis 210 km/h
Kategorie 4: 211 bis 249 km/h
Kategorie 5: 250 km/h und mehr
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Bezeichnungen, Namen und Nummern
Tropisches
Tief: Jedes tropische Tief (Tropical Depression: TD) wird nach
Regionen unterteilt durchnummeriert. Beispielsweise bezeichnet "TD
06W" das 6. tropische Tief des Jahres auf dem Westpazifik.
Tropischer Sturm: Wenn die Stärke eines tropischen Sturmes
(Tropical Storm: TS) erreicht wird, bekommt das System einen Namen.
Das geschieht zur besseren Unterscheidung und um die Bevölkerung
eindrücklicher warnen zu können. Je nach Region wird dieser
Name nach eigenen Regeln und eigenen Listen festgelegt. Eine Übersicht
über alle Namenslisten befindet sich auf der "Worldwide
Tropical Cyclones Names" Seite vom National Hurrikane Center
der USA in englischer Sprache. Beinah weltweit (Ausnamen siehe Noname)
haben sich kurze menschliche Eigennamen durchgesetzt, da diese am
wenigsten Irrtümer verursachen und leicht behalten werden.
Zusatzbezeichnung: Wird eine mittlere Windgeschwindigkeit
von 117 km/h überschritten bekommt das Zyklonsystem zusätzlich
noch eine regionale Zusatzbezeichnung wie beispielsweise Hurrikan
(von Indianisch: huracan - Gott des Windes) oder Taifun.
Supertaifun: Ein Taifun mit mittleren Windgeschwindigkeiten
von über 240 km/h wird als Supertaifun bezeichnet.
Major Hurricane: Ein Hurrikan ab Kategorie 3 wird als "Major
Hurricane" bezeichnet
Noname: Tropische Stürme auf dem Südatlantik und
dem Nordindischen Ozean erhalten nur Nummern, keine Namen.
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